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Bolivien-Austausch

Am 16. Juni war es endlich soweit, meine fast drei monatige Reise nach Bolivien, die von der Biologie AG des Conrad von Soest Gymnasiums und Patrick Hartwigt, einem ehemaligen Lehrer, initiiert wurde, begann.  Als Austauschschüler besuchte ich das Colegio Aleman, die deutsche Schule in La Paz.

Der Austausch wird seit Jahren vom Colegio Aleman angeboten und jährlich nehmen Schüler aus ganz Deutschland daran teil. Durch Patrick Hartwigt kam mir der erste Gedanke für eine Reise nach Bolivien, denn er erzählte immer begeistert in seinem Unterricht von  Lateinamerika und insbesondere von Bolivien. Zudem ist er seit mehr als einem Jahr „wieder“ als Lehrer am Colegio Aleman tätig. Dieser Umstand hat auch die Bio AG des Convos auf den Plan gerufen, Bolivien näher ins Visier zu nehmen. Bei den Projektwochen oder dem „Tag der offenen Tür“ gab es immer große, von der Bio AG und der Fachschaft Erdkunde organisierte, Projekte zu Bolivien, die die Besucher stets begeisterten. Außerdem nahm David Schräder, ein Schüler des Conrad von Soest Gymnasiums, bereits im letzten Jahr an diesem Austausch teil und steckte mich mit seiner Begeisterung für dieses Land und seine schwindelerregenden Höhen an. Seine spannenden Berichte aus den  unterschiedlichsten Blickwinkeln animierten mich noch mehr, in diesem Jahr an dem Austausch teilzunehmen.


Die deutschen Schülerinnen und -schüler wohnen während ihres Aufenthalts in Bolivien bei einer Gastfamilie und besuchen dann zusammen mit ihren Austauschpartnern das Colegio Aleman. Die meiste Zeit in der Schule verbringt man sicherlich in dem Spanischkurs, der ein wichtiger Bestandteil des  Austauschprogramms ist. Hier  wird Spanisch auf eine sehr intensive Weise vermittelt und es fällt den deutschen Schülerinnen und -schülern daher nicht schwer sich schnell auf Spanisch zu verständigen. Zudem verstehen es die beiden Spanischlehrer, in ihren Kursen durch ihre lustige Art immer wieder zu begeistern. Die Schule ist für bolivianische Verhältnisse sehr gut ausgestattet, da die Schüler Schulgeld bezahlen müssen. Sie können hier das bolivianische Abitur, aber auch das deutsche Abitur ablegen. Des Weiteren wird von der Schule eine 8- tägige Rundreise für die deutschen Gastschülerinnen und -schüler angeboten, die sich auf jeden Fall lohnt, denn auf dieser spannenden Fahrt haben wir den einzigartigen Salzsee, der sich über eine Fläche von 12000 Quadratkilometern erstreckt und bizarre Landschaften bietet, gesehen. All diese schönen Plätze liegen inmitten eines riesigen Nationalparks, der drei Mal so groß wie Deutschland ist. Auch wird die frühere Kolonialstadt Potosí besucht, die durch den Cerro Rico berühmt wurde, den früher einmal reichsten Berg der Welt, verbargen sich in ihm doch große Silbervorkommen, die einst die Azteken und später die Spanier reich machten.  Einer der spannendsten Momente der Reise war für mich daher die abenteuerliche Fahrt in eine der vielen Minen im Cerro Rico. Natürlich sah ich nicht nur diese wunderschönen Ziele, sondern reiste auch in ganz andere Gebiete mit meiner Gastfamilie, wie z. B. an den Titicacasee, einen der größten Seen der Welt, welcher auch als Geburtstort der Inkakultur bezeichnet wird. Dieser See verläuft in Peru und Bolivien.

Außerdem lernte ich die kleine Dorfschule Kalaque am Titicacasee kennen, die zurzeit von 102 Jungen und Mädchen besucht wird. Diese Schule wird schon seit zwei Jahren mit Spendengeldern des Convos auf Initiative der Erdkundefachschaft unterstützt. Es ist eine sehr arme Schule, wie viele in den dörflichen Regionen. Dieser Eindruck festigt sich noch mehr durch einen Besuch vor Ort. Mülleimer sind z B. aus Plastikflaschen gebaut, bei den Gebäuden fehlt das Geld, um die vielen Unebenheiten auszubessern,  sie zu restaurieren oder überhaupt einzurichten.  Die Schülerinnen und Schüler müssen vor vier Uhr morgens aufstehen, um vor der Schule ihre Feldarbeit zu verrichten. Früher mussten noch viele Chemie- und Physik Modelle von den Schülern selbst gebaut werden, da dafür kein Geld vorhanden war. Die dortigen Schultische können wir uns hier gar nicht vorstellen, klein und schief, von Schülern selber gebaut und schon über Jahre in Benutzung. Mit den Spendengeldern konnte ein naturwissenschaftlicher Raum gebaut werden, der vor allem für Experimente verwendet wird. Zudem wurde dieser noch mit einem Mikroskop, Teleskop, einer Tafel, einem Skelett und einigen physikalischen Modellen ausgestattet. Die Schüler waren sehr glücklich und dankbar über die neuen Mittel für einen besseren praktischen Unterricht. Der Schulleiter freute sich ebenso über die Hilfe, da diese Dorfschulen vom bolivianischen Staat nicht unterstützt werden. Das Conrad von Soest Gymnasium wird auch weiterhin die Dorfschule Kalaque unterstützen.

Den Austausch mit dem Colegio Aleman in La Paz kann ich sehr empfehlen, habe ich dort doch so  viele neue Eindrücke gewinnen können, atemberaubende Landschaften kennengerlernt, viele aufgeschlossenen Menschen getroffen – seien es die Bolivianer vor Ort und ihre Familien oder die deutschen Gastschülerinnen und -schüler. Es war eine tolle Zeit, an die ich gern zurückdenke. Jetzt freue ich mich auf den Gegenbesuch meines Austauschpartners Alejandro, dem ich wiederum unser Land und seine Kultur näherbringen möchte. 

Alle Schülerinnen und Schüler des Convos, die Interesse an der Teilnahme am Austauschprogramm mit Bolivien im Sommer 2019 haben, wenden sich bitte mit einem kurzen Anschreiben an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!!

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