Blick in die Weltmaschine: Lehrerfortbildung am europäischen Kernforschungszentrum CERN

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Blick in die Weltmaschine: Lehrerfortbildung am europäischen Kernforschungszentrum CERN

Vom 31. Mai bis zum 5. Juni 2026 haben wir, Frauke Ciliox und Dr. Beate Bierwirth-Claus, das Klassenzimmer gegen das weltweit führende Forschungszentrum für Teilchenphysik getauscht: das CERN in Genf. Wir hatten die Chance einen der begehrten Plätze im GERMAN Teacher Programm anzunehmen. Diese exklusive und spannende Fachfortbildung führt 24 Lehrkräfte aus ganz Deutschland gezielt in die topaktuelle Forschung ein, damit sie als Botschafter:innen die Faszination von Wissenschaft an Kolleg:innen und natürlich an die nächste Generation weitergeben.

Einer der Höhepunkte des Programms war die Besichtigung des LHC (Large Hadron Collider) 86 m unter der Erde. Dieser 27 m lange, unterirdische Ringbeschleuniger simuliert Teilchenkollisionen wie sie kurz nach dem Urknall stattfanden. Wir erhielten faszinierende Einblicke in die gigantischen Detektoren, wie ATLAS und CMS, die fundamentale Fragen über unsere sichtbare und auch dunkle Materie versuchen zu beantworten und neue Fragen aufwerfen.

Ein weiteres Highlight war der Besuch der Antimaterie-Fabrik des CERN. Hier konnten wir hautnah erleben, wie Antiprotonen erzeugt und in magnetischen Fallen gefangen werden. Vor kurzem ging der erste Transport von 92 Antiprotonen durch die Presse, der erfolgreich durchgeführt werden konnte. Diese Forschung untersucht eines der größten Rätsel der Physik: Warum existiert unser Universum überhaupt aus Materie, wenn beim Urknall eigentlich gleiche Teile Materie und Antimaterie entstanden sein müssten?

Neben der Großfoschung stand auch die Praxis für die Schule im Vordergrund. In einem Nebelkammer-Workshop im CERN-eigenen Schülerlabor haben wir eigene Detektoren gebaut. Mit dieser simplen, aber genialen Methode lassen sich unsichtbare, geladene Teilchen der kosmischen Strahlung als weiße Kondensstreifen mit bloßem Auge sichtbar machen.

Ein besonderes Erlebnis war der Vortrag und Austausch mit Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer, der es sich als ehemaliger Generaldirektor des CERN und Präsident der Deutschen Physikalische Gesellschaft nicht nehmen ließ, persönlich Rede und Antwort zu stehen.

Kurz: es war eine ganz besondere, sehr intensive Fortbildung mit hervorragenden Dozentinnen und Dozenten, die nicht müde wurden die zahlreichen Fragen zu beantworten, die in unserer Runde aufkamen.

Die besonderen Erlebnisse, gewonnenen Erkenntnisse und zahlreichen Materialien fließen nun direkt in unseren Oberstufenunterricht am Conrad von Soest Gymnasium ein und wir hoffen natürlich, dass wir mit unserer Begeisterung möglichst viele Schülerinnen und Schüler erreichen und eventuell so der eine oder die andere auch Interesse entwickelt, an diesen Forschungsthemen selbst einmal mitzuarbeiten (z.B. in der Summer School, als Student:in… es werden nicht nur Physiker:innen auch Ingenieure, Ingenieurinnen, Informatiker:innen und Techniker:innen hier gebraucht). Der Bau eines noch größeren Ringbeschleunigers FCC (Future Circular Collider mit einer Länge von 91 km und im Durchschnitt 200 m unter der Erde) ist in Planung, es gibt also noch viel zu bauen und zu entdecken!

„Der aufregendste Satz, den man in der Wissenschaft hören kann, derjenige, der neue Entdeckungen ankündigt, ist nicht „heureka“ (ich habe es gefunden), sondern „das ist komisch“. „ (Isaac Asimov)

Eure Physiklehrerinnen Frauke Ciliox und Dr. Beate Bierwirth-Claus